Morbus Basedow

Morbus Basedow

Aktualisiert: Juli 2026
Dr. Manuela Kaus 3 Minuten Lesezeit
Morbus Basedow ist eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, die zu einer Überfunktion (Hyperthyreose) führt. Dabei regen Antikörper die Schilddrüse zur vermehrten Hormonproduktion an.

Was ist Morbus Basedow?

Bei Morbus Basedow bildet das Immunsystem sogenannte TSH-Rezeptor-Antikörper (TRAK), die die Schilddrüse dauerhaft zur Hormonproduktion anregen. Dadurch produziert die Schilddrüse mehr Hormone als der Körper benötigt — es entsteht eine Überfunktion (Hyperthyreose). Diese Antikörper können auch zu Augensymptomen führen (endokrine Orbitopathie).
Im Gegensatz zur Hashimoto-Thyreoiditis, bei der die Schilddrüse nach und nach zerstört wird, wird das Organ bei Morbus Basedow zur Überaktivität stimuliert. Als auslösende Faktoren gelten unter anderem vorrausgegangene Virusinfekte, Impfungen sowie starker psychischer Stress. Es wird auch eine familiäre Häufung beobachtet.

Gut zu wissen:

Morbus Basedow betrifft etwa 1–2 % der Bevölkerung. Die Krankheit kann in jedem Lebensalter auftreten, gehäuft bei Frauen im gebärfähigen Alter und in Ländern mit schlechter Jodversorgung.

Typische Symptome:

Die Überfunktion der Schilddrüse betrifft den gesamten Körper. Die Symptome beginnen meistens schleichend oder relativ plötzlich entwickeln:

  • Herzrasen und Herzklopfen
  • innere Unruhe, Nervosität und Schlafstörungen
  • ungewollte Gewichtsabnahme
  • vermehrtes Schwitzen
  • feinschlägiges Zittern der Hände (Tremor)
  • häufiger Stuhlgang oder Durchfall
  • verschiedene Augensymptome (z. B. Druckgefühl, Tränen, Lidschwellungen, Hervortreten der Augen)
Die Schilddrüse ist zwar klein, aber ihr Einfluss auf unser Wohlbefinden ist gewaltig. Bei Morbus Basedow läuft der gesamte Stoffwechsel auf Hochtouren — umso wichtiger ist eine frühzeitige Diagnose und rasche Therapie.

Diagnose:

Die Diagnose erfolgt in meiner Ordination durch eine Kombination aus Blutuntersuchung und Ultraschall:

  • Blutuntersuchung: TSH, freies T3 und freies T4 (erhöht) sowie die Antikörper TRAK
  • Schilddrüsen-Ultraschall: typischerweise zeigt sich ein inhomogenes, echoarmes Gewebe mit gesteigerter Durchblutung
  • Schilddrüsenszintigrafie (in unklaren Fällen): zeigt bei Morbus Basedow typischerweise eine gleichmäßig gesteigerte Aktivität der gesamten Schilddrüse und hilft, andere Ursachen einer Überfunktion abzugrenzen. Sie wird bei Bedarf in einer nuklearmedizinischen Einrichtung durchgeführt.
  • bei Augenbeteiligung: ergänzende augenärztliche Untersuchung durch eine Fachärztin oder einen Facharzt
  • Die Blutabnahme und der Schilddrüsen-Ultraschall werden direkt in meiner Ordination durchgeführt. Beide Untersuchungen sind schmerzfrei.

Therapie:

Die Behandlung beginnt in der Regel mit einer medikamentösen Therapie mit Thyreostatika (z. B. Thiamazol oder Propylthiouracil), welche die übermäßige Hormonproduktion der Schilddrüse hemmen. Die Therapie kann bis zu 18 Monate dauern; bei etwa der Hälfte der Fälle tritt danach eine dauerhafte Remission ein.

Reicht die medikamentöse Therapie nicht aus oder kommt es zu einem Rückfall, stehen zwei weitere Möglichkeiten zur Verfügung: die Radiojodtherapie, bei der überaktives Schilddrüsengewebe gezielt zerstört wird, sowie die operative Entfernung der Schilddrüse (Thyreoidektomie). Nach beiden Verfahren ist in der Regel eine lebenslange Einnahme von Schilddrüsenhormonen notwendig.

Wichtig

Für die Behandlung gibt es keine natürlichen Alternativen. Eine Therapie ist aber unbedingt notwendig, um die Herz- und Knochengesundheit zu erhalten.

Leben mit Morbus Basedow:

Mit der richtigen Therapie lässt sich Morbus Basedow gut kontrollieren, die Überfunktionssymptome legen sich nach Therapiebeginn meistens rasch. Nach einer medikamentösen Behandlung besteht eine etwa 50-prozentige Chance, dass die Erkrankung dauerhaft ausheilt. Wichtig für den Verlauf sind:

  • eine gute, offene Kommunikation zwischen Ärztin und Patient
  • sehr engmaschige Laborkontrollen während der medikamentösen Therapie
  • bei Augenbeteiligung eine parallele Mitbetreuung durch eine Augenärztin oder einen Augenarzt
  • keine Schwangerschaft während der aktiven Erkrankung!!

Wann zu mir kommen?

Eine Abklärung ist empfehlenswert, wenn die oben beschriebenen Symptome auftreten — etwa Herzrasen, ungewollte Gewichtsabnahme, innere Unruhe oder vermehrtes Schwitzen — oder wenn im Laborbefund eine Schilddrüsenüberfunktion festgestellt wurde. Eine rasche Abklärung und Therapie ist sehr wichtig!