PCOS/PMOS – Ein häufiges hormonelles Problem bei Frauen

PCOS/PMOS – Ein häufiges hormonelles Problem bei Frauen

Aktualisiert: September 2026
Dr. Manuela Kaus 3 Minuten Lesezeit
Das polyzystische Ovarsyndrom (PCOS) ist eine Veranlagung, die zu hormonellen und stoffwechselbezogenen Veränderungen führt.

Was ist PCOS/PMOS?

Das polyzystische Ovarsyndrom – neu auch polyendokrines metabolisches Ovarsyndrom (PMOS) ist eine Veranlagung mit metabolischen und hormonellen Veränderungen. Betroffen sind Frauen (bis zu 13%) im gebärfähigen Alter. Eine genetische Häufung ist beschrieben. Eine eindeutige genetische Komponente ist noch nicht indentifiziert. Frauen, die eine positive Familienanamnese zu PCOS haben zeigen aber häufiger entsprechende Veränderungen.

Gut zu wissen:

Seit Mai 2026 wird das PCO-Syndrom auch als polyendokrines metabolisches Ovarsyndrom (PMOS) bezeichnet, da eine enge Verbindung zu Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen besteht. Vorerst werden beide Bezeichnungen gemeinsam verwendet.

Typische Symptome

Das PCOS kann sich sehr unterschiedlich zeigen. Typische Anzeichen sind:

  • Veränderungen des Zykluslänge und ausbleibende Eisprünge (Anovulationen)
  • erhöhte männliche Hormone oder Akne, vermehrter Körperbehaarung nach männlichem Muster oder auch Haarausfall
  • polyzystische Eierstöcke, die im gynäkologischen Ultraschall sichtbar werden
  • stoffwechselbezogene Zeichen wie Insulinresistenz, Bluthochdruck sowie eine Gewichtszunahme bzw. erschwerte Gewichtsabnahme
  • Belastungen auf psychosozialer Ebene mit teils deutlichen Einschränkungen von Lebensqualität, Lebenszufriedenheit und Sexualität
Beim PCOS greifen Hormonhaushalt und Stoffwechsel ineinander – wer beide Seiten im Blick behält, kann viel für Gesundheit und Lebensqualität erreichen.

Diagnose

Die Abklärung setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen:

  • Bestimmung der Hormone einschließlich verschiedener männlicher Hormone
  • Laborwerte zum Ausschluss anderer Ursachen von Zyklusunregelmäßigkeiten
  • gynäkologischer Ultraschall zur leitliniengerechten Darstellung polyzystischer Eierstöcke
  • internistische bzw. allgemeinmedizinische Abklärung kardiovaskulärer Risikofaktoren (Cholesterinwerte, Blutdruck, Rauchanamnese)
  • Glukosebelastungstest

Therapie

An erster Stelle steht eine Lifestyle-Therapie mit zuckerarmer und ballaststoffreicher Ernährung, um Cholesterinwerte, Blutdruck und Gewicht zu optimieren.

Ergänzend kommen Medikamente zur Reduktion der Insulinresistenz sowie Hormontherapien zur Zyklusregulation und zur Vermeidung eines Endometriumkarzinoms (Gebärmutterschleimhautkrebs) zum Einsatz. Zur Verbesserung von Akne, Haarausfall und von vermehrter Körperbehaarung (Androgenisierungserscheinungen) stehen außerdem kosmetische und dermatologische Therapien zur Verfügung.

Wichtig

Bei einem PCOS können ganz unterschiedliche Faktoren zusammenkommen. Wichtig ist, sich allen Veränderungen – den psychischen, internistischen und gynäkologischen – zu widmen. Die Optimierung jedes einzelnen Bereichs verbessert das Gesamtbild.

Leben mit PCOS/PMOS

PCOS/PMOS ist häufig eine lebenslange Erkrankung. Mit zunehmendem Alter nehmen jedoch die Zahl der antralen Follikel (kleine Eibläschen im Eierstock) und der AMH-Wert (Anti-Müller-Hormon) ab, ebenso die Produktion männlicher Hormone. Dadurch können die Grenzwerte für die Diagnose des Syndroms mit der Zeit unterschritten werden.

Häufig lässt sich ab dem 30. oder 40. Lebensjahr oder nach einer Schwangerschaft bzw. Stillzeit eine Regulierung des Zyklus beobachten. Die metabolischen Risikofaktoren bleiben allerdings bestehen und müssen lebenslang kontrolliert und behandelt werden.

Wann zu mir kommen?

Eine Abklärung ist empfehlenswert bei Androgenisierungserscheinungen (s.o.), bei Zyklusunregelmäßigkeiten und unerfülltem Kinderwunsch sowie dann, wenn im gynäkologischen Ultraschall polyzystische Eierstöcke festgestellt wurden. Die Diagnose stützt sich immer auf eine Kombination mehrerer Kriterien.