Hashimoto-Thyreoiditis: Symptome, Diagnose und Therapie

Hashimoto-Thyreoiditis: Symptome, Diagnose und Therapie

Aktualisiert: Juni 2026
Dr. Manuela Kaus 8 Minuten Lesezeit
Hashimoto-Thyreoiditis ist die häufigste Schilddrüsenentzündung und eine der häufigsten Autoimmunerkrankungen überhaupt. Das körpereigene Immunsystem greift das Schilddrüsengewebe an, was langfristig zu einer Unterfunktion (Hypothyreose) führt.

Was ist Hashimoto?

Bei der Hashimoto-Thyreoiditis bildet der Körper Antikörper gegen die eigene Schilddrüse (TPO-Antikörper und/oder Thyreoglobulin-Antikörper). Die chronische Entzündung führt dazu, dass das Gewebe nach und nach zerstört wird und weniger Hormone produziert werden.

Gut zu wissen:

Hashimoto betrifft ca. 5–10 % der Bevölkerung. Frauen sind 9-mal häufiger betroffen als Männer.

Typische Symptome

Die Symptome entwickeln sich oft schleichend über Monate bis Jahre:

  • Müdigkeit und Erschöpfung, die durch Schlaf nicht besser wird
  • Gewichtszunahme trotz unveränderter Ernährung
  • Haarausfall und trockene Haut
  • Kälteempfindlichkeit
  • Konzentrationsschwierigkeiten („Brain Fog")
  • Muskel- und Gelenksbeschwerden
  • Zyklusstörungen bei Frauen
  • Depressive Verstimmung
Zwischen Schilddrüsenüber- und Unterfunktion steht ein ausgeglichenes seelisches und körperliches Wohlbefinden.

Diagnose

Die Diagnose erfolgt in meiner Ordination durch:

  • Blutuntersuchung: TSH, freies T3, freies T4, TPO-Antikörper, Thyreoglobulin-Antikörper
  • Schilddrüsen-Ultraschall: Typischerweise zeigt sich ein echoarmes, inhomogenes Muster

Beide Untersuchungen sind schmerzfrei und werden direkt in meiner Ordination durchgeführt.

Therapie

Die Standardtherapie besteht in der Gabe von L-Thyroxin (Levothyroxin), einem Schilddrüsenhormonpräparat. Die Dosierung wird individuell angepasst und regelmäßig kontrolliert.

Ziel der Therapie ist es, den TSH-Wert in den Normbereich zu bringen und die Beschwerden zu lindern. Die meisten Patientinnen und Patienten bemerken eine deutliche Verbesserung innerhalb von 4–8 Wochen.

Wichtig:

L-Thyroxin wird morgens auf nüchternen Magen eingenommen — 30 Minuten vor dem Frühstück. Kaffee und Kalziumpräparate können die Aufnahme beeinträchtigen.

Leben mit Hashimoto

Mit der richtigen Einstellung lässt sich ein normales, beschwerdefreies Leben führen. Wichtig sind:

  • Regelmäßige Kontrollen alle 6–12 Monate (Blutwerte + Ultraschall)
  • Konsequente Einnahme der Medikation
  • In der Schwangerschaft: Engmaschigere Betreuung, da der Bedarf an Schilddrüsenhormonen steigt

Wann zu mir kommen?

Sie sollten eine Abklärung in Betracht ziehen, wenn Sie unter den oben beschriebenen Symptomen leiden — insbesondere bei Müdigkeit, Gewichtszunahme und Haarausfall. Auch bei Kinderwunsch ist eine Schilddrüsenabklärung empfehlenswert.