Was sind Schilddrüsenknoten?
Als Schilddrüsenknoten bezeichnet man umschriebene Veränderungen im Schilddrüsengewebe, die sich in ihrer Struktur vom übrigen Gewebe unterscheiden. Sie können einzeln oder in Mehrzahl auftreten und entstehen häufig im Zusammenhang mit einem Jodmangel. Auch genetische, autoimmune oder entzündliche Prozesse können eine Rolle spielen.
Viele Knoten verursachen keinerlei Beschwerden und werden zufällig entdeckt – etwa bei einer Ultraschalluntersuchung aus anderem Anlass. Die allermeisten Schilddrüsenknoten sind gutartig.
Gut zu wissen
Schilddrüsenknoten werden mit zunehmendem Alter häufiger und lassen sich im Ultraschall bei einem großen Teil der Erwachsenen nachweisen. Nur ein kleiner Teil aller Knoten ist bösartig. Österreich war lange ein Jodmangelgebiet, was die Bildung von Knoten und Kröpfen begünstigt hat.
Typische Symptome
Viele Schilddrüsenknoten bleiben unbemerkt. Abhängig von Größe, Lage und Funktion des Knotens sind aber folgende Symptome möglich:
- ein tastbarer oder sichtbarer Knoten
- ein Druck- oder Engegefühl, Schluckbeschwerden oder ein „Kloßgefühl“
- seltener Heiserkeit oder Hustenreiz bei größeren Knoten
- Zeichen einer Schilddrüsenüberfunktion (etwa Herzrasen, innere Unruhe, Gewichtsabnahme), wenn ein Knoten eigenständig Hormone bildet
Ein Knoten in der Schilddrüse ist zunächst einmal ein häufiger Zufallsbefund – selten ein Grund zur Sorge, aber ein guter Grund für eine gezielte Abklärung.
Heiße und kalte Knoten
In der Schilddrüsenszintigrafie lassen sich Knoten nach ihrer Aktivität unterscheiden. „Heiße“ Knoten nehmen vermehrt die intravenös verabreichte radioaktive Substanz (meist ein Technetium-Präparat) auf und produzieren eigenständig Hormone; sie sind nur sehr selten bösartig, können aber eine Überfunktion auslösen.
„Kalte“ Knoten nehmen die radioaktive Substanz weniger auf als das umgebende Gewebe. Sie sind zwar ebenfalls vermehrt gutartig, werden aber genauer abgeklärt, da hier das insgesamt geringe Risiko einer bösartigen Veränderung etwas höher liegt.
Diagnose
Die Abklärung setzt sich aus mehreren Schritten zusammen:
- Tastuntersuchung und Erhebung der Beschwerden
- Blutuntersuchung der Schilddrüsenwerte (vor allem TSH, bei Bedarf freies T3 und freies T4)
- Schilddrüsen-Ultraschall zur Beurteilung von Größe, Struktur, Rändern und Durchblutung eines Knotens
- bei Bedarf eine Szintigrafie, um heiße von kalten Knoten zu unterscheiden (vor allem bei erniedrigtem TSH)
- bei auffälligen Knoten eine Feinnadelpunktion, bei der mit einer dünnen Nadel Zellen entnommen und untersucht werden
- eventuell weitere bildgebende nuklearmedizinische Untersuchungen
Therapie
Die meisten Schilddrüsenknoten müssen nicht behandelt, sondern lediglich in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden. Eine Behandlung wird vor allem dann notwendig, wenn ein Knoten eine Überfunktion verursacht, wenn er durch seine Größe stört oder wenn der Verdacht auf eine bösartige Veränderung besteht.
Je nach Situation kommen eine medikamentöse Therapie, eine Radiojodtherapie, eine Radiofrequenzablation, eine Alkoholablation oder eine Operation infrage.
Wichtig
Ein neu aufgetretener, rasch wachsender oder derber Knoten, eine anhaltende Heiserkeit oder tastbare Lymphknoten am Hals sollten zeitnah abgeklärt werden. Das bedeutet nicht, dass eine ernste Erkrankung vorliegt – es hilft aber, die wenigen abklärungsbedürftigen Fälle rechtzeitig zu erkennen.
Leben mit Schilddrüsenknoten
Ist ein Knoten als gutartig eingestuft, genügen in der Regel regelmäßige Kontrollen mit Ultraschall und Laborwerten. Verändert sich ein Knoten über die Zeit nicht wesentlich, können die Abstände zwischen den Kontrollen vergrößert werden. Bei stabiler, gutartiger Situation ist keine Einschränkung im Alltag notwendig.
Wann zu mir kommen?
Eine Abklärung ist empfehlenswert bei einem tast- oder sichtbaren Knoten am Hals, bei Druck- oder Schluckbeschwerden, bei anhaltender Heiserkeit sowie bei Zeichen einer Über- oder Unterfunktion. Auch ein zufällig entdeckter Knoten – etwa im Rahmen einer anderen Untersuchung – sollte einmal gezielt beurteilt werden.