Diabetes und Sommerurlaub: Worauf Sie achten sollten

Diabetes und Sommerurlaub: Worauf Sie achten sollten

Aktualisiert: August 2026
Dr. Manuela Kaus 6 Minuten Lesezeit
Ein Urlaub ist auch mit Diabetes gut möglich – er muss nur gut geplant sein. Je nach Diabetestyp und Therapie ergeben sich dabei unterschiedliche Herausforderungen, die sich mit der richtigen Vorbereitung gut bewältigen lassen.

Urlaub und Diabetes – kein Problem, wenn es gut geplant ist

Urlaub und Diabetes passen gut zusammen – entscheidend ist eine sorgfältige Planung. Welche Punkte dabei besonders wichtig sind, hängt vom Diabetestyp und der jeweiligen Therapie ab. Mit der richtigen Vorbereitung steht einer erholsamen Reise nichts im Weg.

Gut zu wissen

Bei Flugreisen ist die Zeitverschiebung zu beachten. Gerade bei kontinuierlichen Gewebszuckermessungen (CGM) kann die Trendanzeige des Sensors dann vorübergehend nicht korrekt sein. Eine Zeitverschiebung von weniger als vier Stunden ist meist unproblematisch. Bei Reisen nach Westen verlängert sich der Tag, wodurch sich der Insulinbedarf erhöht.

An was für Umstände muss ich denken?

Vor dem Sommerurlaub ist es wichtig, sich mit dem Urlaubsland vertraut zu machen. Entscheidend sind Fragen wie: Wie ist das Klima vor Ort? Wie ist die ärztliche Versorgung? Und ist eine Zeitverschiebung einzuplanen? Diese Punkte sollten frühzeitig geklärt werden.

Wichtig

Auch der Versicherungsschutz sollte bedacht werden: Die Europäische Krankenversicherungskarte sowie die Absicherung für eine medizinisch notwendige Behandlung und einen eventuellen Rücktransport ins Heimatland sind vorab zu prüfen.

Mit guter Vorbereitung ist Reisen auch mit Diabetes problemlos möglich – die richtige Planung ist das wichtigste Reisegepäck.

Was kann passieren?

Im Sommer herrschen oft hohe Temperaturen und ungewohnte klimatische Verhältnisse können dem Körper zu schaffen machen. Wichtig sind daher eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und genügend mitgeführtes Wasser, regelmäßige Mahlzeiten sowie der Verzicht auf größere Mengen Alkohol – besonders auf nüchternen Magen.
Auch während der Reise sollte der Blutzucker weiterhin regelmäßig gemessen beziehungsweise kontrolliert werden. Reisestress sowie langes Sitzen und Wartezeiten können den Insulinbedarf verändern. Regelmäßige Bewegung, gelegentliches Aufstehen und Fußwippen beugen Thrombosen vor und aktivieren den Kreislauf.
Zu beachten ist außerdem: Manche CGM-Sensoren müssen bei der Sicherheitskontrolle am Flughafen abgelegt oder während des Flugs in den Flugmodus geschaltet werden.

Was muss ich vorab organisieren?

Mitzunehmen sind ausreichend Medikamente – sowohl Insulin als auch Diabetesmedikamente in Tablettenform sowie sonstige Notfallmedikamente gegen Übelkeit, Erbrechen und Schmerzen. Ebenso gehören Blutzuckermessgerät, Lanzetten, Nadeln, Insulinpens und gegebenenfalls Insulinsensoren ins Gepäck.
In die Reiseapotheke gehört außerdem ein Notfallset mit Traubenzucker, Glukosegel und Glukagonpen.
Medikamente können in speziellen Kühltaschen transportiert und im Handgepäck mitgeführt werden. Empfehlenswert ist eine Aufteilung auf verschiedene Gepäckstücke – für den Fall, dass ein Gepäckstück nicht ankommt oder verloren geht.

Leben vor Ort im Urlaubsland

Große Hitze, Überhitzung, übermäßige körperliche Belastung und eine zu hohe Feinstaubbelastung sollten vermieden werden. Der Tagesrhythmus wird am besten an die veränderten Gegebenheiten angepasst. Wichtig sind eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und häufigere Blutzuckermessungen. Vorsicht ist beim Barfußlaufen geboten – wegen möglicher Fußverletzungen, insbesondere bei einer diabetischen Polyneuropathie.

Wann zu mir kommen?

Ein Termin rechtzeitig vor dem Urlaub ist sinnvoll – für die Verordnung einer ausreichenden Medikamentenmenge und für eine ärztliche Bescheinigung, die das Mitführen der Medikamente und der notwendigen Geräte bestätigt.

Häufig gestellte Fragen